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Das Klima

Das Klima dieser Inseln in Kroatien ist abhängig von der geographischen Lage (um den 45 ° Breitengrad), von der Beschaffen­heit der umliegenden Küste und vom Einfluß des Meeres.

Ambroz HaraÄić (1855-1916), Lehrer, Meteorologe und Wissenschaftler aus Mali Lošinj, hat schon im vorigen Jahrhundert ausführliche meteorolo­gische Untersuchungen durchgeführt. Seine Ergebnisse und Folgerungen werden in diesem Buch öfters angeführt sowie auch in diesem Kapitel über das Klima.

Im Juni, wenn die Tage am längsten sind, fallen die meisten Sonnentage in diesen Breiten an. Danach folgt ein Zeitraum der höchsten Luftt­emperaturen im Juli, und im August setzt dann die stärkste Erwärmung des Meeres ein. Genauso gibt es einen entgegen-gesetzten Prozeß für den dunkelsten Zeitraum des Jahres, wenn die Tage am kürzesten und die Nächte am längsten sind. Dann gelangt im Dezember am wenigsten Sonnen-energie auf die Inseln, im nächsten Monat folgen die niedrigsten Luft-temperaturen und danach die niedrigsten Meerestempera­turen. Als Folge davon herrscht ungefähr einen Monat lang um die Sommer- und Wintersonnenwenden eine relativ stabile und konstante Lufttemperatur. Beim Übergang der Jahreszeiten können größere Wetterveränderungen entstehen.

Der Einfluß des Meeres auf das Klima zeigt sich darin, daß es wegen seiner großen Wärmekapazität die Temperaturunterschiede mildern kann, d. h. die Maximaltemperatur wird gesenkt und die Minimaltemperatur erhöht sich etwas. Das gilt auch für die jährlichen Luft-veränderungen. Das Meer kann ebenfalls als Quelle der Luft­feuchtigkeit für die Umgebung angesehen werden. In Küstennähe entwickeln sich bei heiterem Wetter Luftzirkulationen, die zur Folge haben, daß eine ungleiche Lufterwärmung des Meeres und der Küste auftritt. Der Wind, der dann bläst, und zwar vom Meer in Richtung Küste, heißt „Mistral". Er bläst fast immer an der Westseite der Inseln, wobei er eine angenehme Erfrischung mit sich bringt.
Im Frühling und im Herbst entstehen oft Zyklone, die wegen der Beschaffenheit des umliegenden Festlandes auch über die Inseln hinwegfegen. Diese verursachen atmosphärische Störungen, dadurch entsteht ein großer Luftaustausch, der wiederum Wetterveränderungen verursacht. Die Luftmassen, die über das Mittelmeer hierher gelangen, bringen oft warmes Wetter in Verbindung mit Feuchtigkeit und Regen mit sich.

Wenn sich diese Zyklone nach Osten bewegen, dann kommt es zu einer neuen Wetterveränderung über das Festland nach Norden. An der Grenze der Luftmassen ereignen sich stürmische atmosphärische Prozesse. Einen herannahenden Zyklon kann man an den dünnen und hohen, dann immer tieferen und dunkler werdenden Wolken erkennen, die schnell in Richtung Norden drängen. In dersel-ben Zeit kommt es bei der Zyklonen-front zu einer Stärkung des südöstlichen Windes, genannt „Levant", oder südlichen Windes, genannt „Schirokko". Dieser Schirokko ist ein Wind, der sich gleichmäßig steigert und dadurch lange und hohe Wellen erzeugt. Unter disen Bedingungen brauchen die Wellen fast den ganzen Tag, bis sie ihre maximale Größe und Kraft erreichen. Nach dem Auftreten des Südwindes Jugo kommt es gewöhnlich zur Beruhigung und es beginnt ein starker Regen. Das bedeutet, das jetzt erst die Mitte des Zyklons erreicht ist. Wenn der Zyklonenmittelpunkt vorbeigezogen ist, kommt es zu einer schnellen Wetterveränderung. Der Regen hört auf, der Wind ändert die Richtung, nun beginnt er vom Norden aus zu blasen (Tramontana) oder aus Nordost (Bora).

Im Gegensatz zum Jugo kann sich die Bora manchmal innerhalb einer halben Stunde dermaßen steigern, daß dieser Wind eine große Gefahr für Fischer, Segler Surfer etc. wird. Die Wellen, die bei einer Bora entstehen, sind zwar Bewölkung in Folge von frischen Luftmassen aus dem Atlantik. Da diese Luftmassen oft sehr flach sind können sie schwerlich die Alpen und das Velebitgebirge überwinden. Deshalb bemerkt man auf den Kvarnerinseln wenig von diesen Auswirkungen. Falls es trotzdem zu einem kurzen Regenschauer und Abkühlung der Luft für ein paar Stunden kommt, ist die Luft danach besonders sauber und trocken. Als Folge des Einfalls der kalten Luft kann wiederum Bora entstehen, die im Velebitkanal sehr heftig sein kann, aber auf Lošinj kaum registriert wird.

Zusammenfassend kann man sagen, daß auf den Inseln warm-gemäßigtes Klima herrscht, mit warmen und trockenen Sommern, regnerischen Herbst und Winter ohne besondere große Trocken­perioden. Der Norden der Insel Cres gehört zum submediterranen Gürtel, aber sein südlicher Teil, die Insel Lošinj und alle anderen Inseln dieser Inselgruppe gehören zum mediterranen Bereich. Dieses Klima begünstigt den Wuchs verschiedener Pflanzenarten. Natürlich hat auch der Mensch in diesem „Paradies" seinen Platz gefunden. Schon im Jahre 1892 wurde die Insel Lošinj von österreichischen Forschern zum Klimakurort erklärt.

Dieser Ablauf dauert meistens 3-4 Tage, kann aber aufgrund seiner Stärke, Schnelligkeit und anderer Faktoren unterschiedliche Ausmaße annehmen. Es kann auch vorkommen, daß der Zyklon südlich der Inseln vorbeizieht, während auf den Inseln die Bora bläst. Gerade dieser Austausch der verschiedenen Luftmassen haben einen günstigen Einfluß auf das menschliches Leben auf diesen Inseln.

In den Sommermonaten wird die Kvarnerbucht von den Alpen im Norden und vom Velebit im Osten vor Wetterstörungen geschützt, so daß das Wetter meistens sonnig und stabil bleibt. Auf dem Festland kommt es zu kleiner, aber schärfer und wirbeln viel Meerschaum auf. Es ist keine Seltenheit, daß während einer Orkan-Bora in der Luft Wolken aus Meer­schaum fliegen und dichten Nebel bilden. Deshalb ist es kein Wunder, daß die Vegetation an der Nordseite der Insel nach langanhaltenden Borastürmen wie verbrannt aussieht.

Ein weiteres Merkmal der Bora ist, daß sie sogenannte „Refule" bläst, das bedeutet mal stärker, mal schwächer, jedoch kann man sagen, daß sie zu Tagesbeginn ansteigt, am Nachmittag ihren Höhepunkt erreicht und dann bei anbrechender Dunkelheit wieder schwächer wird.

 

 

 

 

 

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