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Kroatische Herrschaft 

Um das Jahr 882 besaßen die Kroaten zum erstenmal einen selb­ständigen Staat. Das führte zu einem sehr angespannten Verhältnis mit der romanischen Bevölkerung auf den Inseln.Die Kroaten wollten die Städte Osor und Cres erobern, die noch immer zur byzantinischen Herrschaft gehörten. Zudem waren sie in der Überzahl und der romanischen Bevölkerung waffenmäßig überlegen. Dennoch wurde der Konflikt auf eine andere Weise gelöst.

Der byzantinische Kaiser Vasiliew entschied, daß diese Städte im Namen des Friedens und als Absicherung vor Überfällen den Kroaten einen Tribut bezahlen mußten, den er normalerweise für sich in Anspruch genommen hätte. Außer Geld mußten Cres und Osor auch bestimmte Mengen an Ol, Wein, Getreide, Wolle und andere Naturalien abgeben.

Von Venedig kam eine neue Gefahr auf die Inseln zu. Die ersten Kämpfe zwischen Kroaten und Venezianern wurden im Jahre 886 unter dem kroatischen Fürsten Branimir ausgetragen. Die geschlagenen Venezianer mußten ebenfalls eine Abgabe an den kroatischen Fürsten zahlen, damit sie weiterhin ungestört in diesem Teil der Adria ihren Seehandel abwickeln konnten.

Während der Regierungszeit des Fürsten Tomislav (910-928) fielen die beiden Städte Cres und Osor schließlich unter kroatische Herrschaft. Diese Vormachtstellung der Kroaten hielt bis zum Tode des Tomislav im Jahre 928 an, seine Nachfolger waren politisch und militärisch nicht in der Lage, diese Region zu halten, darum fielen die Inseln wieder dem byzantinischen Reich zu.