In den verschiedenen Epochen der Geschichte war die Zusammensetzung der Bevölkerung sehr unterschiedlich. Im südlichen Teil der Insel Cres (Jami na sredi) und auf dem Lošinjer Berg Osoršćica (Vela jama), sind die ältesten Funde von Menschen entdeckt worden. Sie sind ungefähr 7000 Jahre alt. Die frühesten Ansiedlungen wurden von den Illyrern gegründet, die sich im 4. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung auf unseren Inseln dauerhaft niederließen. Die Römer fanden sich im 2. Jahrhundert vor Christi ein. Die Kroaten siedelten sich allerdings erst um das 7. Jahrhundert an.
Da, wo sie fruchtbare Böden und Weiden vorfanden, wie in der Nähe der Stadt Osor, ließen sie sich nieder. Erst im folgenden Jahrhundert siedelte sich das nachkommende Volk direkt entlang der Küste an und begann, sich mit Fischfang, Bootsbau und Schiffahrt zu beschäftigen.In den folgenden Jahrhunderten zeichneten sich Aufstiege und Niedergänge der jeweiligen Herrscher und Regierungen ab. Jede dieser Änderungen hinterließ auf der Insel und ihren Bewohnern viele Spuren. Trotz aller dieser Einflüsse ist das Inselleben, wegen seiner natürlichen Isolation vom Festland nicht sehr offen für schnelle und große Veränderungen.
Die Inselgemeinschaft verhält sich abweisend bis kämpferisch gegenüber jeder Fremdherrschaft. Bewohner, die bereit sind, die Regeln und Gebräuche anzunehmen, die durch das Zusammenleben auf der Insel entstanden sind, werden in die Gemeinschaft integriert. Durch dieses Verhalten gegenüber allem, was von „draußen " kommt, bleiben Traditionen, Gebräuche, Sprache und Rechte der Inselbewohner erhalten. Ein gutes Beispiel dafür sind die Bewohner der Insel Susak, die ihr Jahrhunderte altes Kulturgut bis heute erhalten haben, wie zum Beispiel die Art der Bekleidung, die Tracht, die Gebräuche und vor allem die altkroatische Sprache. Dabei spielt die weite Entfernung vom Festland bestimmt eine große Rolle, vor allem weil die Insel Susak in den verschiedenen Kriegen nie strategisch wichtig war, wurde sie meistens in Ruhe gelassen.
Die Hauptmerkmale sind die relativ kleine Inselfläche, die Entstehung eines einzigen Dorfes, ein nicht besonders geschützter Hafen und der enorme Fischreichtum rund um die Insel. Sie ist aus Sandablagerungen entstanden und hat deshalb nur Sandboden. Der nächstgelegene Markt (Mali Lošinj) ist für den Verkauf der Inselprodukte zu weit weg.
Menschlichkeit Diese Bedingungen haben das Leben der Susaker bestimmt.Von der nordöstlichen Seite kommend, braucht man keine halbe Stunde, um das Dorf und damit auch das Inselleben zu erreichen. So ein kleiner Raum grenzt die Zahl der Bewohner ein und jeder hat einen Überblick über alles, was sich auf der Insel abspielt.
Die Bodenstruktur bestimmt das gleichförmige und monotone Leben aller Bewohner. Heute noch wird der Boden in Susak ohne Maschinen bearbeitet, deshalb sind die Einkommensunterschiede auf der Insel relativ gering. Das Dorf ist unterteilt in ein oberes und unteres Dorf. Zuerst entstand der obere Teil, die Häuser dort sind kleiner, alle Straßen enden als Sackgassen. Ganz beachtliche Anstrengungen mußten die Bewohner des oberen Dorfes leisten, da alles Baumaterial, wie zum Beispiel Steine, Holzbalken, Kalk und anderes, das sie zum Bau ihrer Häuser benötigten, von Hand aus dem Hafen hinauftransportieren mußten. Aufgrund der besonderen Verhältnisse auf Susak konnte auch nie Großvieh gehalten werden. Um den Sandboden besser bearbeiten zu können, haben die Susaker Bauern sich ein eigene Harke (Tesla) entwickelt. Mit dieser Harke, die die Form eines Beiles hat, können die Susaker Bauern sehr geschickt umgehen.
Ebenso gewandt waren die Susaker als Fischer und Matrosen. Obwohl sie nie große Schiffseigner waren, war ihr Ruf als tüchtige Matrosen weit bekannt. Interessant ist auch die Tatsache, daß sich Susak im 17. Jahrhundert schneller als Mali und Veli Lošinj entwickelt hat. Es gibt Dokumente, die zeigen, daß im Jahr 1650 die Bewohner Susaks der Kirche den Zehnten vom Ertrag in Höhe von 400 Venezianischen Lira abgehen mußten, ebenso wie die Insel Unije. In der Zeit hatte Lošinj nur 320 Venezianische Lira zu bezahlen. Selbst noch im folgenden Jahrhundert, als Mali und Veli Lošinj schon beträchtliche Seefahrerstädte waren, hielten die Susaker sie nur für Groß-und Kleindörfler (Maloselci i Veloselci).
Als im 19. Jahrhundert das Seewesen seinen Aufschwung erlebte, war der Weinanbau das überwiegende Landwirtschaftsprodukt auf Susak. Trotzdem heuerten immer mehr Susaker als Matrosen auf Schiffen an. Die damalige instabile politische und wirtschaftliche Lage hat viele dazu gebracht, in die Vereinigten Staaten auszuwandern. Damals entstand der New Yorker Stadtteil Hobocken, in dem die Susaker die Mehrheit bildeten. Heute noch bestehen von den Nachkommen dieser Emigranten sehr enge Beziehungen zur Insel Susak.
Ein anderer alter Brauch hat sich in Susak bis heute erhalten. Die Susaker Frauen bieten ihre Feldfrüchte an bestimmten Stellen im Dorf den Kunden bzw. Touristen direkt an. Für den Zusammenhalt der Inselgemeinschaft wäre zum Beispiel auch die wichtige Rolle der Frau im täglichen Leben zu erwähnen. Obwohl der Mann die Hauptarbeit zum Beispiel beim Bearbeiten des Weinbergs, beim Fischen, Hausbau usw. übernimmt, lastet an ihr noch sehr viel mehr Arbeit. Außer Hausarbeit und Erziehung der Kinder steht sie ihrem Mann bei der schweren Arbeit zur Seite. Sie hilft beim Transport der Trauben, der Weinfässer, des Düngers und bei vielen anderen schweren Arbeiten. Das alles trägt sie auf dem Kopf.
Für gelegentliche Besuche auf den benachbarten Inseln bleibt ihr deshalb wenig Zeit. Das Aussehen der Susakerin ist ziemlich ungewöhnlich. Auf Fremde mag sie den Eindruck machen, als sei sie ein folkloristischer Überrest aus alter Zeit. In der Tat ist sie ein wertvolles und seltenes Zeugnis einstiger Lebensweise. Das Leben auf der Insel Susak ist zum einen wegen seiner Besonderheit, aber auch wegen der Ähnlichkeit zu anderen kleinen Dorfgemeinschaften interessant.