Den größten Flächenanteil nehmen zwei Pflanzengesellschaften ein, die endemischen Charakter haben. Zum einen ein Vertreter der Familie der Süßgräser (Festuca Koelerietum splendentis) und zum anderen der Echte Salbei (Stipo-Salvietum offici-nalis) aus der Familie der Lippenblütler. Die Süßgräser stellen eine der am häufigsten vorkommenden Pflanzenfamilien auf den Inseln dar. Sie treten an Stellen auf, die noch relativ wenig verwittert sind. Man findet sie hauptsächlich innerhalb des Vogelreservates, das zwischen dem Ort Orlec und Belej im östlichen Teil der Insel Cres liegt. Die Familie der Lippenblütler, hierbei vor allem der Echte Salbei, kommt in diesem Gebiet ebenfalls in großer Zahl vor.
Das Adriaküstengebiet weist viele endemische Pflanzen auf und ist damit von großer Bedeutung für Naturwissenschaftler. Diese Pflanzengesellschaft ist an verhältnismäßig stark verwitterte Standorte mit flachen Böden gebunden, die ständig starken Winden ausgesetzt sind. Die größten Populationen befinden sich ebenfalls auf Cres, und zwar im nördlichen Teil von Cres-Križić, in der Gegend um Osor-Prepoved, südöstlich von Belej-Konfinski, sowie bei Sankt Veit. Eine besondere Stellung nehmen die endemischen Pflanzen ein, die nur auf dem Kvarnergebiet verbreitet sind. Die Istrianische Glockenblumen (Cam-panula istriaca) und die Dalmatinische Flockenblume (Ceniaurea dalmatica) kommen sowohl in Felsspalten und Ritzen der Kalkfelsen vor als auch in den senkrecht abfallenden Klippen, auf denen die Gänsegeier ihre Nester bauen. Diese Pflanzengesellschaft besteht wegen ihren spezifischen extremen Lebensbedingungen aus seltenen Arten, denn sie sind der salzigen Luft, der prallen Sonne und den starken Winden ausgesetzt.
Der endemische Lerchensporn (Cory-dalis acaulis) ist ein seltener Vertreter der Erdrauchgewächse der kroatischen Flora, er wächst nur in isolierten Populationen auf den äußeren Inseln der Adria, z. B. findet man ihn auf dem Cres-Lošinjer Gebiet nur in den Mauerritzen der Stadt Osor. Die Region des Berges Osoršćica besitzt mit ihren ca. 700 Pflanzenarten eine außergewöhnlich vielfältige Pflanzenwelt . Der gößte Teil ist mit Buchengewächsen (Orno-Quercetum ilicis) bedeckt. Im Tal von Halmac bis zu dem Weiler Tržić hat sich eine Mulde, eine sogenannte Depression, gebildet. Dort kann sich kalte Luft ansammeln, die zu einer umgekehrten Vegetation geführt hat. Dort wachsen Steineichenwälder oberhalb der Flaumeichenwälder. Außerdem wird diese Vegetation charakterisiert durch eine größere Anzahl sommergrüner Bestandteile in der eumediterranen (immergrünen) Eichenvegetation. In dieser Region kommen auch Lorbeerbäume vor.
Fast alle Flächen ab 250-300m über dem Meeresspiegel an den östlichen Hängen des Berges Osoršćica sind mit Schwarzkiefern (Pinus nigra) bestandet, die dort zu Beginn dieses Jahrhunderts gepflanzt wurden. Die Vegetationsgrundlage dieser Wälder in Richtung Süden ist eine Salbeiart (Stipo-salvietum) und in Richtung Norden eine Süßgräserart (Sesleria autumnalis). Die Pflanzenarten, die man hauptsächlich auf dem Berg Osoršćica findet, gehören zu der mediterranen Stufe. Aber auf den Bergkämmen und an den Hängen kann man auch Pflanzen finden, die zu den kontinentalen Arten zählen. Einige der Arten stammen noch aus der Zeit als das Inselarchipel mit dem Festland verbunden war. Nach dem Ende der Eiszeit blieben sie als kontinentale Überreste auf den Inseln zurück.
In der Gegend zwischen der Bucht Liska und der Bucht Studenčić befindet sich eine fast undurchdringliche immergrüne Macchia mit Stecheichen (Quercus coccifera). Diese Eiche erreicht ihre nördlichste Ausbreitung innerhalb des Adriagebietes auf der Insel Lošinj. Gerade wegen ihrer Seltenheit stehen diese Stecheichen unter Naturschutz. Der heimische Rosmarin ist auch von Bedeutung, da er ebenfalls auf der Insel Lošinj seine nördlichste Ausbreitung hat.