Die submediterrane Zone zeigt im Vergleich zur eumediterranen Zone im Durchschnitt niedrigere Temperaturen in den Wintermonaten und etwas höhere jährliche Niederschlags-mengen. Die Folge davon ist eine kürzere Trockenheitsperiode im Sommer und eine Ruhepause der Vegetation im Winter.
Die Pflanzenbedeckung der submediterranen Zone im unteren Vegetationsgürtel (unterhalb 250-300m über dem Meeresspiegel) wird durch natürliche, thermophile, sommergrüne Wälder von Flaum-eichen (Quercus pubescens) und Orientalischen Hainbuchen (Carpinus orientalis) gekennzeichnet, im höheren Vegetationsgürtel (über 250-300m über dem Meeresspiegel) findet man Flaumeichen und Hopfenbuchen (Ostrya carpinifolia). Diesen Vegetationsgürtel nennt man auch den mediterranen Berggürtel. Die submediterrane Zone umfaßt den nördlichen Teil von Cres und die Gegend um Sankt Blasius (von der Westseite) -Vodice.
Von Merag im Osten breitet sich die eumediterrane Zone aus, zu der auch der südliche Teil von Cres, Lošinj, Unije, Susak, Vele und Male Srakane und einige weitere kleine Inseln gehören. In der eumediterranen Zone besteht die ursprüngliche Pflanzenbedeckung aus immergrünen Wäldern von Steineichen (Quercus ilex). Da sie zum großen Teil vernichtet wurden, sind an ihrer Stelle andere Pflanzenarten wie z. B. Macchien, niedere Büsche (Gari-gues) und steinerne Weiden gewachsen. So entstand die Vielfalt der Vegetation und der Reichtum der Flora in dieser Region.
Die Grenze zwischen diesen beiden Zonen, der immergrünen und der sommergrünen Zone, bildet in physiognomischer und ökologischer Hinsicht eine der auffälligsten Vegetationskontraste in Europa, die man nur noch mit der Vegetations-grenze in den Alpen vergleichen kann. Der Ort Merag liegt am Übergang von der sommergrünen in die immergrüne Vegetationszone. Dort wachsen Pflanzen, die noch Vertreter der Eiszeitflora sind. Hier einige Beispiele: Haselwurz oder Leberkraut (Asarum europaeum), Schneeglöckchen (Galanthus nivalis), Stechpalme (Ilex aquifolium), Wald-Sanikel (Sanicula europaea), und viele andere.
Ein weiteres Phänomen dieser Region ist die offene Grotte von Merag, die nördlich von Merag liegt. In ihr befindet sich ein Wald aus Lorbeerbäumen (Laurus nobilis). Seltenheitswert besitzen auch die autochthonen (urwüchsigen) Bäume der Echten Kastanie oder auch Eßkastanie (Castanea sativa), die nur auf den tiefen, ausgewaschenen Böden an der östlichen und nordöstlichen Seite der Insel Cres wachsen. Ungefähr 50% der Oberfläche von Cres wird von trockenen Gräsern und Steinweiden bedeckt. Wie schon erwähnt, gehörten diese Gebiete früher zum immergrünen Vegetationsgürtel der eumediterranen Zone und der sommergrünen Submediterranen Zone. Die damaligen Wälder wurden vollkommen abgeholzt, übrig geblieben sind leere, sogenannte degradierte Steinfelder, auf denen sich im Laufe der Zeit vor allem krautartige Pflanzen und niedere Halbbüsche angesiedelt haben.