In Höhlen auf den Inseln sind bei prähistorischen Funden Schalen von Meeresmuscheln entdeckt worden. Das zeigt, daß der Mensch damals schon den Reichtum des Meeres gekannt hat. In der Bronzezeit, als man besseres Werkzeug für den Fischfang entwickelte, wurde der Fischfang immer wichtiger für den damaligen Markt. In der Antike waren die Römer hier auf den Inseln ansässig und haben sehr viel für die Weiterentwicklung aller Wirtschaftszweige beigetragen, unter anderem auch für den Fischfang.
Die Kroaten, die sich während der großen Völkerwanderungen auf den Inseln ansiedelten, haben die Fischerei erst langsam von den damaligen Bewohnern übernommen. Weil sie vom Festland stammten, haben sie am Anfang meist nur Landwirtschaft und Viehzucht betrieben.Die ersten überlieferten Beweise über den Fischfang sind im Cres-Osor Statut im 13. und 14. Jahrhundert enthalten. Die Inselbewohner fingen aber erst in den folgenden Jahrhunderten an, sich intensiver mit dem Fischfang zu beschäftigen. Am erfolgreichsten zeigten sich die Fischer von Mali und Veli Lošinj.
Am Anfang des 20. Jahrhunderts erlebte der Fischfang seinen Höhepunkt, verlor aber durch das schnelle Wachstum der Seefahrt immer mehr an Bedeutung. Heutzutage kommt aufgrund der starken Nachfrage der Touristen nach verschiedenen Fischsorten wieder mehr lnteresse am Fischfang auf. Allerdings hat sich die Art des Fischfangs verändert, es wird mit mehreren kleinen Booten gefischt, die sich mit ihrer Ausrüstung auf den Fang einer bestimmten Fischsorte spezialisiert haben.
Im Kapitel über das Meer ist bereits erwähnt, daß unsere Gewässer reich an sogenannten Barschfischen sind, vor allem Sardellen, die von Januar bis Oktober gefangen werden. Auf unseren Märkten findet man trotzdem nur einen geringen Teil des Fanges, da der größte Teil direkt zur Weiterverarbeitung in die Fischfabriken gelangt. Neben dem Aufschwung der professionellen Fischerei wird auch das Interesse an der Sportfischerei (z.B. Harpunenfischen) immer stärker.