Der Beginn des Olivenanbaus auf den Kvarner Inseln läßt sich nur schwer genau bestimmen. Archäologische Funde, bestehend aus griechischen und römischen Amphoren, die zur Aufbewahrung und Transport von Oliven und Olivenöl dienten, wurden in den Tiefen unseres Meeres gefunden. Das beweist, daß schon damals der Olivenanbau betrieben wurde und schon immer ein wichtiger Faktor für das Inselleben war.
Aus alten Überlieferungen kann man erfahren, daß der größte Aufschwung der Ölherstellung im 19. Jahrhundert stattfand (Ugo Toić - Otočki Ljetopis 8), als es allein auf der Insel Cres 2 Millionen Olivenbäume gab, heute dagegen gibt es nur noch 300.000 Olivenbäume. Wegen der klimatisch günstigen Bedingungen entstanden die meisten Olivenhaine auf der Westseite der Insel. Zu den schönsten und wahrscheinlich auch zu den ältesten Olivenhainen zählen diejenigen, die um die Stadt Cres wachsen. Dort sind die 100.000 Olivenbäume wie die Zuschauer um ein Amphietheater gereiht.
Früher ergab der Olivenanbau viele Produkte, wie Holz zum Heizen, Oliven und Ol für die Ernährung und die Blätter fürs Vieh. Heute ist das Hauptprodukt das aus Oliven gepreßte Ol. In den letzten Jahren ist es Experten für Olivenanbau in harter Arbeit gelungen, diesen wieder für die Bevölkerung attraktiv zu machen.
Die Olivenernte beginnt ungefähr im November und dauert bis Februar. Die Ernte wird immer noch nach uralter Methode durchgeführt, nämlich jede einzelne Olive vom Baum gepflückt. Das Ol wird nach traditioneller Art gepreßt und ist deshalb von bester Qualität.
Der größte Ölhersteller auf unseren Inseln ist die Stadt Cres mit ihren großen Olivenhainen. Früher gab es ungefähr 20 Ölpressen, heute ist in Cr-es eine einzige und in Veli Lošinj gelegentlich eine Ölpresse in Betrieb. Wenn Sie einen Spaziergang durch die Stadt Cres unternehmen, achten Sie auf die großen Steingefäße (Kamenice), die man dort sehen kann. Sie dienten zur Aufbewahrung des Olivenöls. Auch heute noch werden diese Steingefäße nach ertragreicher Ernte mit gutem Creser Olivenöl gefüllt.