Die hydrogeologischen Eigenschaften des Bodens werden am stärksten beeinflußt von der Wassermenge und deren Zusammensetzung, das heißt ohne Rücksicht auf die relativ großen Regenmengen kann das Wasser sich nicht lange an der Oberfläche halten, da der Boden sehr porös ist.
Vor noch nicht langer Zeit haben sich die Menschen hauptsächlich aus natürlichen Quellen, Brunnen, kleinen Teichen und Zisternen mit Wasser versorgt. Auf einigen kleineren Inseln ist dies heute noch der Fall.
Mit einer kurzen Beschreibung wird auf einige besondere „Quellen" hingewiesen und versucht deren Wichtigkeit aufzuzeigen. Da sind zunächst die Sturzbäche. Praktisch sind das Bäche, die bei starken Regenfällen durch die Konfiguration des Bodens entstehen. Schon bald, wenn die Niederschläge nachlassen, trocknen die Sturzbäche aus und hinterlassen je nachdem größere oder kleinere Schluchten. Bei sehr starkem Regen können diese Sturzbäche unter Umständen größere Steine mit sich schleppen. Die Folge davon kann man an vielen Orten erkennen, z. B. die Schlucht in der Nähe des Ortes Beli, über die eine Brücke führt, die noch aus der Römerzeit stammt. Als zweites Beispiel ist eine Schlucht auf der Südseite des Vranersees zu erwähnen, die man von der Hauptstraße zwischen den Siedlungen Hrasta und Vrana erkennen kann.
Im Gegensatz zu Sturzbächen, die einen unbeständigen Charakter haben, versiegen Brunnen und Quellen fast nie. Der Grund dafür ist, daß sich das Wasser in Regenperioden in unterirdischen Höhlen und Seen akkummuliert. Wenn sich diese Wasseransammlungen entleeren, sprudelt eine Quelle, wenn das Wasser bleibt, entsteht ein Brunnen.
Den heutigen Erkenntnissen nach gibt es allein auf der Insel Cres ungefähr 15 Quellen und 10 Brunnen (Dr. N. Stražičić, Otočki Ijetopis 4). Einige Beispiele dafür sind am südlichen Hafen Cres (Piskel) und südlich von Punta Križa am Friedhof (Funtana) etc.
Man kann daraus schließen, daß Sturzbäche, Quellen und Brunnen auf natürlichem Wege entstanden sind. Tümpel oder Wasserlöcher können aber auch mit Hilfe der Menschen entstanden sein. Auch wenn die meisten der heutigen Tümpel vernachlässigt sind, werden sie immer noch als Viehtränke genützt. Ihre eigentliche Bedeutung kann man trotzdem noch an deren Form und Aussehen erkennen. Tümpel oder Wasserlöcher, die zur Versorgung der Bevölkerung dienten, waren meistens in der Nähe der Dörfer zu finden. Man konnte diese an der Einzäunung erkennen, die dazu diente, die Schafe fernzuhalten. Diese Wasserlöcher wurden regelmäßig gesäubert.
Die Tümpel für das Vieh waren oft auf gemeinsamen Weiden angelegt (Komunada - alter Begriff für gemeinsame Weiden) oder aber an der Grenze zwischen einigen Weiden, damit mehrere Parteien diese Tümpel nützen konnten. So entstanden interessante Zugänge, sogenannte „Diritti" (italienisch diritto= Recht). Die dritte Benutzungsart der Wasserlöcher waren sogenannte gemischte Wasserlöcher, die gleich-zeitig von der Bevölkerung und dem Vieh benutzt wurden. Nach Angaben von Nikola Stražičić,(Otočki Ijetopis 4) gibt es auf der Insel Cres noch über 70 solcher Tümpel.
Das Leben, wie es heute auf den zwei größten Inseln des Cres-Lošjner Inselarchipels möglich ist, könnte nicht bestehen, gäbe es den Vranersee nicht, der schon seit 40 Jahren die Bevölkerung mit Wasser versorgt.
Der Vranersee ist in seiner absoluten Tiefe ungefähr 74,5m tief, der mittlere Wasserstand beträgt ca. 13m über dem Meeresspiegel, der tiefste Punkt des Vranersees liegt um 61m unter dem Meeresspiegel, es besteht also eine Kryptodepression.
Für die Wissenschaftler ist der Vranersee schon immer ein interessantes Forschungsobjekt gewesen, deshalb ist er oft untersucht worden. Es entwickelten sich verschiedenen Theorien, wie er entstand und weiterbesteht. Heute kann man mit Sicherheit sagen, daß der Vranersee eigenständig (autochthon) ist, d. h. er ist nicht mit dem Festland durch unterirdische Quellen verbunden, wie man früher glaubte. Bedingt durch die Form der umliegenden Hügel fließt das Wasser nicht einmal bei starken Regenfällen wie durch einen Trichter ab. Trotzdem ist es interessant, daß die die Sturzbäche nicht direkt in den See einfließen, sondern sich unmittelbar vor dem Ufer verlieren. Daraus schließt man, daß sich der See durch unterirdische Wasserläufe füllt. Durch die Porösität des Bodengesteins um und unter dem Vranersee füllen sich die Höhlen(Karstgänge) mit Wasser, welches anschließend an den See abgegeben wird.
Da das Wasser des Vranersees ausschließlich als Trinkwasser genützt wird und in dessen Nähe keine größere Umweltverschmutzung auftritt, hat das Wasser beste Qualität und gehört zu den saubersten Gewässern in Europa. Aus diesem Grunde ist der Zutritt zu dem See strengstens verboten. Halten Sie sich daran, denn nicht nur, daß dieses Vergehen streng bestraft wird, Sie gefährden damit die noch immer saubere Natur.
Der Vraner See hat schon immer eine große Faszination ausgeübt und es entstanden Legenden. Eine davon besagt, daß vor langer Zeit zwei Schwestern am Vraner See lebten.
Eine war reich und böse und wollte ihrer armen Schwester nicht helfen. Wie es in solchen Geschichten passiert, bekam die böse Schwester ihre verdiente Strafe. Dadurch stieg das Wasser im See und versenkte das Schloß der reichen Schwester, die heute noch auf dem Grunde des Sees liegen soll. Angeblich soll bei Stürmen aus der Tiefe des Sees ihr Schluchzen zu hören sein.